Röhrenverstärker haben die Eigenschaft einer hohen Spannungsverstärkung aber geringen Stromverstärkung. Um die Ausgangssignale an niederohmige Lautsprecher anzupassen, ist es normalerweise üblich, hinter die Endstufenröhren einen
Ausgangsübertrager (Transformatorprinzip) zu schalten, der die entsprechende Umwandlung vornimmt. Ausgangsübertrager haben allerdings den Nachteil, dass sie zu einem sehr geringen
Dämpfungsfaktor, einem geringen
Dynamikumfang, einer niedrigen
Slew-Rate und einen deutlich höheren
Klirrfaktor, als es bei Transistorverstärkern ohne Ausgangsübertrager üblich ist, führen.
Anders die OTL-Schaltung (Output Transformer Less Tube Amplifier). Sie kommt ohne
Ausgangsübertrager aus, indem Sie
quasi Komplementär arbeitet. Bei invertiertem Eingangssignal sind die zwei identischen Endröhren in der Lage, bei symmetrischer Betriebsspannung einen Lautsprecher direkt zu treiben.

Ein
Problem gilt es allerdings noch immer zu lösen: Auf Grund der hohen Röhrenimpedanz waren die ersten OTL-Schaltungen lediglich in der Lage speziell entwickelte hochohmige Lautsprecher (500
Ohm und mehr) zu treiben. 1946, mit Einführung der twin-power
Triode 6AS7G, war man immerhin in der Lage, auf 280 Ohm herunterzugehen. Bei Parallelschaltung mehrerer Röhren können die Impedanzen dann noch weiter herabgesenkt werden.

Niederohmige Lautsprecher werden aber wohl kaum je zufriedenstellend mit einer
Röhre - direkt - getrieben werden können. Der
Ausgangsübertrager ist damit das für
Röhrenverstärker typische und Klangcharakter schaffende Element - warum auch nicht!