OTL-Schaltung

Siehe auch:
Ausgangsübertrager  /  Gitter-Röhre  /  Nuvistor  /  Röhrenverstärker  /  Verstärker
Röhrenverstärker haben die Eigenschaft einer hohen Spannungsverstärkung aber geringen Stromverstärkung. Um die Ausgangssignale an niederohmige Lautsprecher anzupassen, ist es normalerweise üblich, hinter die Endstufenröhren einen Ausgangsübertrager (Transformatorprinzip) zu schalten, der die entsprechende Umwandlung vornimmt. Ausgangsübertrager haben allerdings den Nachteil, dass sie zu einem sehr geringen Dämpfungsfaktor, einem geringen Dynamikumfang, einer niedrigen Slew-Rate und einen deutlich höheren Klirrfaktor, als es bei Transistorverstärkern ohne Ausgangsübertrager üblich ist, führen.


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OTL-Schaltung
Anders die OTL-Schaltung (Output Transformer Less Tube Amplifier). Sie kommt ohne Ausgangsübertrager aus, indem Sie quasi Komplementär arbeitet. Bei invertiertem Eingangssignal sind die zwei identischen Endröhren in der Lage, bei symmetrischer Betriebsspannung einen Lautsprecher direkt zu treiben.

       Ein Problem gilt es allerdings noch immer zu lösen: Auf Grund der hohen Röhrenimpedanz waren die ersten OTL-Schaltungen lediglich in der Lage speziell entwickelte hochohmige Lautsprecher (500 Ohm und mehr) zu treiben. 1946, mit Einführung der twin-power Triode 6AS7G, war man immerhin in der Lage, auf 280 Ohm herunterzugehen. Bei Parallelschaltung mehrerer Röhren können die Impedanzen dann noch weiter herabgesenkt werden.

       Niederohmige Lautsprecher werden aber wohl kaum je zufriedenstellend mit einer Röhre - direkt - getrieben werden können. Der Ausgangsübertrager ist damit das für Röhrenverstärker typische und Klangcharakter schaffende Element - warum auch nicht!
Stephan Gohdes, Deutschland, Nov. 2001
Siehe auch:  Ausgangsübertrager  /  Gitter-Röhre  /  Nuvistor  /  Röhrenverstärker  /  Verstärker