Ausgangsleistung & Belastbarkeit

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Dämpfung  /  Eigenschaften von Audioverstärkern  /  Impedanz  /  Klirrfaktor  /  Verstärker  /  Wirkungsgrad

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1/f-Rauschen  /  Bandpassrauschen  /  Flickerrauschen  /  Funkelrauschen  /  Musikbelastbarkeit  /  Musikleistung  /  Nennleistung  /  Peak Music Power Output  /  Peakleistung  /  PMPO  /  Pulse Maximum Power Output  /  RMS  /  Root Mean Square  /  rosa Rauschen  /  Sinus-Dauerton-Leistung  /  Sinusbelastbarkeit  /  Sinusleistung  /  weisses Rauschen
Unter Ausgangsleistung eines Verstärkers versteht man die Energiemenge, welche der Verstärker bereitstellt, um eine Lautsprechermembran in Schwingungen zu versetzen. Sie ist also das Produkt aus zur Verfügung stehender Spannung und dem fliessenden Strom (P = U x I), der sich auf Grund eines Wirkwiderstandes (R = U : I) einstellt: P = U2 : R.

       Bezogen auf den Wirkwiderstand spricht man von Belastbarkeit. Für Lautsprecher gelten daher ähnliche Angaben.

       Die Ausgangsleistung bzw. Belastbarkeit wird in Watt angegeben. Man unterscheidet zwischen den Angaben Sinus und RMS sowie Musik. (Neuerdings findet sich bei Billigprodukten auch noch die werbewirksame Angabe PMPO, weil sie den Anschein sehr hoher Leistungen erweckt.)

       Bei HiFi-Verstärkern ist die Angabe der Ausgangsleistung nur sinnvoll, wenn sie immer zusammen mit der Nennimpedanz und dem Klirrfaktor erfolgt, der zwangsläufig zur Aussteuerungsgrenze hin ansteigt. Z.B.: Sinusleistung 100 Watt an 4 Ohm bei 1% Gesamtklirrfaktor (THD).


Sinus: Die Sinusleistung (auch Sinus-Dauerton-Leistung oder Nennleistung (Begriff, der eigentlich aus der Elektrotechnik stammt; gibt die dauerhaft zu erbringende Leistung eines technischen Gerätes an) genannt) besagt nach der HiFi-Norm, dass ein Verstärker in der Lage sein muss, dauerhaft ein 1 kHz-Sinussignal bei einem maximalen Klirrfaktor von 0,7% in dieser Leistung bereitzustellen.

Obwohl die Messung nur mit einem einfachen 1 kHz-Sinussignal erfolgt, ist dieser Wert in Bezug auf Verstärker dennoch sehr aussagekräftig. Denn es ist davon auszugehen, dass sich das Verhalten im Rahmen der angegebenen Frequenzbandbreite bzw. der Leistungsbandbreite wenig ändert. (Es ist also unlogisch, anzunehmen, ein Verstärker könnte bei 1 kHz 1000 Watt haben und im Tiefbassbereich nur noch 10 Watt. Ein solcher Verstärker wäre so unlinear, dass man weder von einem Verstärker im gebräuchlichen Sinn reden könnte, noch würde ihn jemand - auf Grund seiner Unlinearität - haben wollen.)

Eine Sinus-Angabe findet man auch bei Lautsprechern. Dort wird die Sinusbelastbarkeit, d.h. die Energiemenge, welche ein Lautsprechersystem dauerhaft und ohne Schädigung verkraften kann, angegeben.


RMS: Allerdings muss, was für die Leistungsmessung von Verstärkern durchaus Sinn macht, nicht ausnahmslos für Lautsprecher gelten. Lautsprechersysteme können bei verschiedenen Frequenzen durchaus unterschiedlich stark belastbar sein (unabhängig davon, ob sie einen linearen Frequenzverlauf aufweisen). Das liegt u.a. daran, dass Lautsprecher normalerweise Mehrwegsysteme darstellen und durch unterschiedliche Belastbarkeiten der Einzelsysteme eben - je nach Frequenz - unterschiedlich belastbar sein können. Für Lautsprecher bietet sich daher das aufwendigere RMS-Messverfahren (Root Mean Square) an, welches die Belastbarkeit nicht bei einer einzelnen Frequenz misst, sondern über ein ganzes Frequenzspektrum.

Zugrunde gelegt wird ein Signal, dass als "rosa Rauschen", "1/f-Rauschen", "Flicker-" bzw. "Funkelrauschen" oder "Bandpassrauschen" bezeichnet wird. Dieses wird mittels eines Bandpasses aus "weissem Rauschen" (Rauschen mit konstanter Amplitude in jedem Frequenzbereich) gewonnen. Es handelt sich um ein breitbandiges Signal, dessen Amplitude pro Oktave um 3 dB abnimmt (stärkere Bässe, schwächere Höhen), was subjektiv einer Gleichverteilung der Frequenzen entspricht, da Bässe weniger stark empfunden werden als Höhen.

Inzwischen setzt sich die RMS-Messung auch für die Beurteilung von Leistungsverstärkern durch. Allerdings sollte diese Angabe nicht zu einer Abwertung der Angaben "Sinusleistung" bzw. "Sinusbelastbarkeit" führen, da nicht nur für Verstärker sondern auch für Lautsprecher Linearität und harmonische Belastbarkeit oberstes Gebot darstellen.


Musik: Unter Musikleistung wird die kurzfristig für Musikspitzen - wie z.B. Paukenschläge, Knallen usw. - bereitgestellte Leistungsreserve eines Verstärkers verstanden. Diese ist insbesondere von der Kapazität des Netzteils abhängig. Deshalb muss ein Verstärker auch in der Lage sein, genau diese Leistung mit einem speziellen Hochleistungsnetzteil, das über praktisch "unendliche" Leistungsreserven verfügt (konstante Spannung), bei einem Klirrfaktor von 0,7% dauerhaft bereitzustellen.

Für Lautsprecher gibt es entsprechend eine Angabe für Musikbelastbarkeit, welche die Spitzenwerte angibt, die diese ohne Schaden wiedergeben können.


PMPO: Die Angabe PMPO (Peak Music Power Output bzw. Pulse Maximum Power Output oder schlicht Peakleistung) - insbesondere bei Billigprodukten - stiftet auf Grund extremer Werte zunehmend Verwirrung. Mit diesem Wert wird die theoretisch höchste Leistung, die ein Verstärker erbringen kann, ohne sich dabei selbst zu beschädigen oder zu zerstören, angegeben. Allerdings gibt es kein nach DIN normiertes Messverfahren zur Ermittlung des PMPO. D.h. man kann nicht sagen, wie lange eine solche Maximalbelastung bestehen kann, ohne dass die Zerstörung oder Beschädigung eintritt. PMPO ist also als rein werbewirksame Angabe zu verstehen. Sie besitzt darüber hinaus keinerlei objektive Aussagekraft, durch die echte Vergleichbarkeit möglich würde.

       Irritierender Weise wird die Angabe PMPO mitunter auch von Lautsprecherherstellern verwendet. Im Falle passiver Lautsprecher ist diese Angabe jedoch schlicht falsch und zeugt von einem schlechten Technikverständnis, da Passivlautsprecher kein "Power Output" haben. Man spricht hier eben von Belastbarkeit.
Stephan Gohdes, Deutschland, Okt. 2001 / Jan. 2003 / Mär. 2004
Siehe auch:  Dämpfung  /  Eigenschaften von Audioverstärkern  /  Impedanz  /  Klirrfaktor  /  Verstärker  /  Wirkungsgrad