Unter Ausgangsleistung eines Verstärkers versteht man die Energiemenge, welche der Verstärker bereitstellt, um eine Lautsprechermembran in Schwingungen zu versetzen. Sie ist also das Produkt aus zur Verfügung stehender Spannung und dem fliessenden Strom (P = U x I), der sich auf Grund eines Wirkwiderstandes (R = U : I) einstellt: P = U2 : R.
Bezogen auf den Wirkwiderstand spricht man von Belastbarkeit. Für Lautsprecher gelten daher ähnliche Angaben. Die Ausgangsleistung bzw. Belastbarkeit wird in Watt angegeben. Man unterscheidet zwischen den Angaben Sinus und RMS sowie Musik. (Neuerdings findet sich bei Billigprodukten auch noch die werbewirksame Angabe PMPO, weil sie den Anschein sehr hoher Leistungen erweckt.) Bei HiFi-Verstärkern ist die Angabe der Ausgangsleistung nur sinnvoll, wenn sie immer zusammen mit der Nennimpedanz und dem Klirrfaktor erfolgt, der zwangsläufig zur Aussteuerungsgrenze hin ansteigt. Z.B.: Sinusleistung 100 Watt an 4 Ohm bei 1% Gesamtklirrfaktor (THD). Obwohl die Messung nur mit einem einfachen 1 kHz-Sinussignal erfolgt, ist dieser Wert in Bezug auf Verstärker dennoch sehr aussagekräftig. Denn es ist davon auszugehen, dass sich das Verhalten im Rahmen der angegebenen Frequenzbandbreite bzw. der Leistungsbandbreite wenig ändert. (Es ist also unlogisch, anzunehmen, ein Verstärker könnte bei 1 kHz 1000 Watt haben und im Tiefbassbereich nur noch 10 Watt. Ein solcher Verstärker wäre so unlinear, dass man weder von einem Verstärker im gebräuchlichen Sinn reden könnte, noch würde ihn jemand - auf Grund seiner Unlinearität - haben wollen.) Eine Sinus-Angabe findet man auch bei Lautsprechern. Dort wird die Sinusbelastbarkeit, d.h. die Energiemenge, welche ein Lautsprechersystem dauerhaft und ohne Schädigung verkraften kann, angegeben. Zugrunde gelegt wird ein Signal, dass als "rosa Rauschen", "1/f-Rauschen", "Flicker-" bzw. "Funkelrauschen" oder "Bandpassrauschen" bezeichnet wird. Dieses wird mittels eines Bandpasses aus "weissem Rauschen" (Rauschen mit konstanter Amplitude in jedem Frequenzbereich) gewonnen. Es handelt sich um ein breitbandiges Signal, dessen Amplitude pro Oktave um 3 dB abnimmt (stärkere Bässe, schwächere Höhen), was subjektiv einer Gleichverteilung der Frequenzen entspricht, da Bässe weniger stark empfunden werden als Höhen. Inzwischen setzt sich die RMS-Messung auch für die Beurteilung von Leistungsverstärkern durch. Allerdings sollte diese Angabe nicht zu einer Abwertung der Angaben "Sinusleistung" bzw. "Sinusbelastbarkeit" führen, da nicht nur für Verstärker sondern auch für Lautsprecher Linearität und harmonische Belastbarkeit oberstes Gebot darstellen. Für Lautsprecher gibt es entsprechend eine Angabe für Musikbelastbarkeit, welche die Spitzenwerte angibt, die diese ohne Schaden wiedergeben können. Irritierender Weise wird die Angabe PMPO mitunter auch von Lautsprecherherstellern verwendet. Im Falle passiver Lautsprecher ist diese Angabe jedoch schlicht falsch und zeugt von einem schlechten Technikverständnis, da Passivlautsprecher kein "Power Output" haben. Man spricht hier eben von Belastbarkeit. |
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