Fernseh- und Radiosignale werden schon seit geraumer Zeit nicht mehr ausschliesslich über Antenne oder Kabel transportiert. Bereits 1964 wurde das zivile Kommunikationssystem Intelsat gegründet, mit dem Ziel, allen Nationen freien Zugang zu vielfältigen Satellitendiensten zu eröffnen. 1977 wurde, primär für die Deckung des Fernmeldebedarfs zwischen den Mitgliedsländern, die europäische Satellitenorganisation - Eutelsat - gegründet. 1985 schliesslich entstand das Astra Satellitensystem der Société Européenne des Satellites (SES) mit Sitz in Betzdorf/Luxemburg.
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Die Satellitentechnik ähnelt der bekannten Antennentechnik insofern, als auch hier die Signale drahtlos übertragen werden. Im Gegensatz zur Antennentechnik jedoch, wo die Signale von der Erde aus gesendet und von dort auch direkt wieder empfangen werden, werden die Signale des Satellitenfernsehens und -radios von der Erde über sogenannte Uplinkstationen zu den im Weltraum positionierten Satelliten und von dort wieder verstärkt zurück zur Erde gesendet. Die Satelliten funktionieren also ähnlich wie verstärkende Spiegel.
Die von den Satelliten auf der Erde ankommenden Signale werden dort von sogenannten Satellitenschüsseln bzw. Satellitenantennen oder Satellitenspiegeln gebündelt und auf eine Empfangseinheit reflektiert, den sogenannten LNB (Low Noise Block Converter) oder LNC (Low Noise Converter). So ein LNB hat unter anderem die Aufgabe, die hohen Empfangsfrequenzen in niedrigere umzusetzen. Diese werden an einen sogenannten SAT-Receiver oder SAT-Empfänger vermittelt. Der SAT-Receiver hat nun die Aufgabe, über einen Tuner mit einem Eingangsfrequenzbereich von üblicherweise 950 − 2.150 MHz, Demodulatorstufen für Audio und Video und die entsprechende Aufbereitung, den Fernseher, die HiFi-Anlage, das Videogerät usw. mit dem gewünschten Programm zu versorgen. [ Seitenanfang ]
Möchte man beide Programmpakete (Astra und Eutelsat) in einer bestimmten Region empfangen, benötigt man zwei unterschiedlich ausgerichtete Empfänger, da Astra seine Satelliten auf einer anderen Position im Orbit hat als Eutelsat. [ Seitenanfang ]
Vor drei grundsätzliche Probleme sieht man sich beim Satellitenempfang gestellt:
Die unterschiedlichen Satellitenpositionen verlangen entweder ein Schwenken der SAT-Antenne oder zwei unterschiedlich ausgerichtete LNB's im Brennpunkt derselben. Der Wechsel zwischen beiden Positionen bzw. LNB's wird dabei ursprünglich durch ein aufmoduliertes 22 kHz-Signal realisiert, welches auf das Koaxkabel des LNB gegeben wird. (Teilweise wird der Wechsel auch heute noch durch eine Gleichspannung, die entweder 0 oder 12 Volt beträgt, erreicht.) Weiterhin muss das LNB in der Lage sein, zwischen den zwei Polarisationsebenen sowie den zwei Frequenzbändern umzuschalten. Ersteres wird durch die Höhe der gelieferten Gleichspannung (14 oder 18 Volt) erreicht: Ist die Gleichspannung höher als 15,5V, werden die horizontal polarisierten Signale ausgewählt und unter 15,5V die vertikalen polarisierten Signale. Letzteres wird - wie so auch die Umschaltung zwischen verschiedenen Satellitenpositionen - mittels eines aufmodulierten 22 kHz-Signals erreicht: Ohne Signal wird der untere Frequenzbereich verwendet. (So funktionieren auch ältere Geräte weiterhin.) Soll der obere Frequenzbereich genutzt werden, moduliert der SAT-Receiver das 22 kHz-Signal auf das Koaxkabel. Durch die zweifache Verwendung des aufmodulierten 22 kHz-Signals für sowohl die Positionsumschaltung als auch die Low-High-Band-Umschaltung ensteht ein echtes Problem, wenn sowohl zwei unterschiedliche Satelliten als auch beide Bänder gleichzeitig nutzbar sein sollen. Hier kann das von EUTELSAT und Phillips zusammen entwickelte Schaltsystem "DiSEqC" Abhilfe schaffen. [ Seitenanfang ]
Eine einfache SAT-Anlage besteht aus einem SAT-Spiegel mit LNB und einem SAT-Receiver, die über eine Koaxialleitung miteinander verbunden sind. Der SAT-Receiver wird wiederum über übliche Verbindungselemente wie SCART- oder Audiokabel mit dem Fernseher, Videorecorder oder der Stereoanlage verbunden. Im Gegensatz zum terrestrischen Empfang, dem Kabel- bzw. Antennenanschluss des üblichen Fernsehens, sind zwei relevante Unterschiede zu beachten. Jedes Fernseh- oder Videogerät benötigt einen separaten SAT-Receiver; und jeder SAT-Receiver benötigt eine separate Zuleitung zum LNB bzw. einem Multischalter (Sternstruktur).
Die verwendeten Koaxialkabel weisen eine Impedanz von 75 Ω auf, was der Impedanz für terrestrischen Empfang entspricht. Daher können, wenn nur ein SAT-Receiver zum Einsatz kommen soll, theoretisch die vom terrestrischen Empfang bereits vorhandenen Kabel Verwendung finden. Allerdings müssen alle alten Antennendosen unbedingt entfernt werden, da es sonst zu einer zu starken Signaldämpfung käme. Ausserdem sind die Signale des Sat-ZF-Bereichs, also ab LNB bis zu den ersten Empfangseinheiten, besonders schwach und störanfällig. Die Anschlüsse der SAT-Kabel an den jeweiligen Komponenten erfolgt nicht mehr wie beim terrestrischen Signal über Koaxialstecker bzw. -buchsen sondern über schraubbare, sogenannte F-Stecker/-Buchsen. [ Seitenanfang ]
Die LNB's (Low Noise Block Converter) oder LNC's (Low Noise Converter) sind ein Kapitel für sich. Je nach Verwendungszweck wird zwischen Verschiedenen Typen unterschieden. Nachfolgend findet sich eine Tabelle der gängigsten Typen.
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Bei der (Digital Satellite Equipment Control) DiSEqC (sprich: Dai-Säck) handelt es sich um ein Verfahren, mit welchem gleichzeitig mehrere Satellitensysteme und die jeweiligen Polarisationsebenen empfangen werden können. Dieses neue Schaltsystem wurde gemeinsam von EUTELSAT und Phillips entwickelt, wobei man bewusst nicht nur ein weiteres Schaltsystem definieren wollte, sondern ein Schaltsystem mit Zukunft, das später auch Erweiterungen zulässt.
Auslöser für die Entwicklung war der Konflikt bei der gleizeitigen Ansteuerung von unterschiedlichen Satellitenpositionen und der Low-High-Band-Umschaltung, die beide durch ein aufmoduliertes 22 kHz-Signal realisiert werden. Bei bisherigen Anlagen wurde das 22 kHz-Signal entweder gesendet (High-Band bzw. Satellit B) oder nicht (Low-Band bzw. Satellit A). Bei DiSEqC wird das 22 kHz-Signal nun digital getastet und kann dadurch die verschiedensten Befehle übertragen. Voraussetzung hierfür sind allerdings DiSEqC-taugliche SAT-Receiver, Multischalter, Kaskaden usw. |
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