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Mit ihrem ersten Soloalbum, "Mitt ville hjerte" (Mein wildes Herz), etablierte sich Kari Bremnes 1987 in ihrer Heimat als feste Grösse der Musikbranche und erhielt den norwegischen Grammy.
Erstaunlich, dass diese sich schon von Kindesbeinen an mit Musik beschäftigende selbstbewusste Sängerin erst mit "Norwegian Mood" (norwegische Stimmung) zu wirklicher internationaler Bekanntheit fand. Zugegeben, dieses Album wurde wahrscheinlich auch zu genau diesem Zweck entworfen. Es ist ihr erstes englischsprachiges Werk, dessen Texte sie fast ausschliesslich selber schrieb, während sie bei den Übersetzungen Hilfe von dem amerikanischen Songwriter, Tom Russel und Declan Sinnott erhielt.
Kari Bremnes wurde 1956 in Svolvær auf den Lofoten am "Ende der Welt" geboren. Sie wuchs dort mit ihren vier Geschwistern - zwei Brüdern und zwei Schwestern - auf. Schon als Kind hatte sie eine starke Neigung zum Gesang, wobei sie sich zunächst mit klassischen Werken beschäftigte, um jedoch schon bald zu ihrem eigenen Stil zu finden dessen Wurzeln im Folk liegen. Im Laufe der Jahre aber ist ihr Ausdruck vielfältiger und der Einsatz der Mittel deutlich zurückhaltender geworden. Mit wenigen treffenden Worten, sparsamen Arrangements und gezielt eingesetzter Stimme schafft sie Atmosphäre, die den Raum mit Sinnlichkeit, Leidenschaft und einem Hauch Melancholie erfüllt. Dabei spielt sie mit lateinamerikanischen und jazzigen Rhythmen und lässt auch schon mal ein paar verhaltene Rock-Riffs anklingen. Und die Themen? Meist erzählt sie von Frauen mit ungewöhnlichen Liebesgeschichten. Da ist diese Geschichte eines Mädchens welches sich während der Kriegswirren in einen deutschen Soldaten verliebt. Dieser Titel "Auf Wiedersehen" ihrer 1992 erschienen CD "Ord fra en Fjord" (Wort eines Fjords) sorgte für einen grossen Nachhall in den Medien. Und die Geschichte der legendären Köchin, die um die Jahrundertwende unter Bahnarbeitern lebt und von einem eifersüchtigen Rivalen ermordet wird ...
Zunächst studierte sie Sprach- und Theaterwissenschaften in Tromsø und arbeitete als Kulturjournalisten. Bald darauf "jobbte" sie gemeinsam mit ihrem Bruder Ola im Musikgeschäft. Ola war als Songwriter tätig, während Kari sang. Diese Gegenwart Olas findet sich bis heute in praktisch allen ihren Alben wieder - zumindest was die Arrangements anbelangt. 1991 brachte Kari das Album "Spor" mit seiner und der Unterstützung durch ihren jüngeren Bruder Lars heraus, die sich für Text und Musik verantwortlich zeigten. Eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die abermals mit dem norwegischen Grammy belohnt wurde.
Eine weitere wichtige Station ihres künstlerischen Schaffens war die Mitwirkung im "Bremnesan", einem Familienquartet, welches sich aus ihrem jüngeren Bruder Lars, dem Vater und Ola zusammsetzte. 1981 ging Kari dann ihren eigenen Weg, gemeinsam mit der Gruppe "Stiftelsen". Waren die Texte in "Mitt Ville Hjerte", noch von Olav H. Hauge, Tove Ditlevsen, Edvard Munch und Leonard Cohen, übernahm das Texten und Komponieren Kari mit der Zeit zunehmend selbst. Inzwischen ist sie zur gestandenen Sängerin, Texterin und Komponistin avanciert, was in "Norwegian Mood" unverholen zum Ausdruck kommt. Diese äusserst präzise und transparente Produktion ist nicht nur die Arbeit eines ausgezeichneten Tonigenieurs, sondern vermittelt eine Künstlerin, die weiss, was sie will und die eine klare Vorstellung von ihrer Arbeit hat. Schon die ersten Songs, "A Lover in Berlin" und "Coastal Ship" eröffnen den Vorhang in die getragenen Stimmungsbilder - unmittelbar. Die Stimmung greift in breiten, schweren, keinen Widerstand duldenden Wogen um sich und zieht einen mit sich fort, zusammentreibend zunächst zu schweren Wolkenballen, um einen dann, wie Nebel, der vom Winde aufgetrieben wird, wieder in der Weite zu zerstreuen. "A Lover in Berlin" erzählt die Geschichte einer Frau, die an dem Verlust ihres Freundes zerbrochen ist. Mit "Montreal" bricht ein Lichtstreif durch die Wolken, der einem tänzelnd das Gemüt umspielt. Dabei geht es um das wunderliche Bild einer korpulenten Frau, die in bizarrem Kontrast zu den von ihr feilgebotenen feinen Waren steht. Bewegend sind Verletzbarkeit und Sehnsucht gepaart mit der magischen Anziehungskraft jenes Anblickes der Rivalin in dem Stück "My heart is pounding like a hammer" gestaltet. Hier werden die Empfindungen einer verlassenen Liebe beschrieben, die sich bis in den Herzschlag dieser Rivalin verbindet, als sie ihr in den Armen des Ehemaligen begegnet. "Birds are like words: Suddenly away. Birds are like words: Some of them will stay." "Birds" plastiziert die Metapher von Seevögeln, die sich, Worten gleich, erheben und entfliegen - einige aber bleiben und - hinterlassen schliesslich vielleicht einen dauerhaften Eindruck, wie möglicherweise auch "Day", "Wave on Rock", "The Copenhagen Cavern", "Song to a town", "Riddle beside another riddle", "To give you a song" ... Solo-Discografie Bei KKV :
Kooperationen und Einzeltitel bei KKV :
Stephan Gohdes, Deutschland, Feb. 2002 / Feb. 2004 / Mär. 2007
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