Dieses kleine Label ist ein Randstein des grossen Mosaiks, welches wir Musik nennen. Das soll aber nicht etwa heissen, dass es dadurch weniger bedeutend wäre. Im Gegenteil: Solche Randsteine haben es durchaus in sich, da sie dem Ganzen nach aussen hin seine typische und unverkennbare Form geben.

Genau das gilt auch für das Parzifal-Label. Parzifal hat es sich zur Aufgabe gemacht Kunstwerken und Interpreten Raum zu geben, die trotz ihrer Einmaligkeit oder Besonderheit manchmal einfach übersehen werden oder deren Potenzial schlicht nicht erkannt wird. Damit steht nicht das Kriterium der Gegenwartsbezogenheit von Kompositionen und Interpreten im Vordergrund, sondern deren Intention, Philosophie, Eigenart. Auf diese Weise hat sich Parzifal ganz den Kennern und Liebhabern des Besonderen verschrieben.

Neben der Serie "Orgeln in Thürigen", aus der ganz besonders die CD "Weihnachten - auf Orgeln in Thüringen" hervorzuheben ist, kommt die Besonderheit und Schlagkraft dieses feinen Labels erst dann so recht zum Ausdruck, wenn man an Aufnahmen der Werke Josef Gunzingers (Saturn - Symphonische Entwicklung), oder Adolf Arensons (Musik zu den Mysteriendramen) denkt. Kennen Sie eigentlich Botho Sigwart zu Eulenburg? Nein, - aber Sie haben vielleicht schon einmal etwas von dem Buch "Brücke über den Strom" gehört ...

Stephan Gohdes, Deutschland, Okt. 2001